Review: Triathlon-DM Schliersee

Steinhagen (rob). Rang 15 bei den Deutschen Triathlon-Meisterschaften am Schliersee war für den Steinhagener Triathleten Heiko Lewanzik das bislang beste DM-Ergebnis der offenen Klasse in seiner langen Karriere. Mit 2:07:13 Stunden war der 24-Jährige auf der Kurzdistanz über 1,5-40-10 Kilometer schnellster Ostwestfale. In der gleichzeitig laufenden Wertung zur Triathlon-Bundesliga führte Lewanzik damit die Mannschaft vom TSV Obergünzburg in der Teamwertung auf Rang 3. Deutscher Meister wurde erneut Daniel Unger (Mengens Triathleten, 2:03:13 Stunden), der dem Steinhagener exakt vier Minuten abnahm. Olympia-Teilnehmer Sebastian Dehmer (TuS Griesheim, 2:03:22) wurde Zweiter.

„Zwei Plätze mehr wären eigentlich noch drin gewesen“, fasste Lewanzik zwei Tage später seinen Eindruck von der DM zusammen. Der mehrfache Deutsche Meister der 90er Jahre, Ralf Eggert (Kiel), lief nur fünf Sekunden vor ihm ein. „Normal hätte ich den noch überspurtet“, sagte der Sportstudent. Weil er aber mit einem leichten Schnupfen an den Start gegangen war, fehlte beim Laufen das letzte Quäntchen. Und so wurde Lewanzik selbst noch auf der Zielgeraden von Gregor Buchholz um zwei Sekunden abgefangen. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.

Ein Rennen nach Maß hatte Heiko Lewanzik am Schliersee während der ersten beiden Abschnitte geliefert. An Position 54 kam er nach 20:37 Minuten aus dem Wasser. Normal wäre damit das Rennen gelaufen gewesen, denn bei Windschattenfreigabe in der Bundesliga sind dann normalerweise alle Gruppen weg. Nicht so am Schliersee, wo schwere Steigungen die Spreu vom Weizen trennen. Lewanzik fuhr mit 1:10:37 Stunden sogar die viertbeste Radzeit. Recht schnell schloss er zu einer zehn Fahrer starken Gruppe auf. „Wir hatten Glück, dass sich vorne alle nur angeschaut haben.“

Wenige Kilometer vor dem Ziel war fast das gesamte Feld versammelt. „Wir sind zu 60 Mann in die letzte, vier Kilometer Steigung gefahren“, berichtete Lewanzik, der die Kuppe und die Wechselzone an 16. Position erreichte. Beim 10-km-Lauf, den er in 35:58 Minuten abspulte, gab es nur noch wenige Verschiebungen. „Schade, in Aberdeen lief es letzte Woche beim Laufen besser“, erinnerte Lewanzik an das überragende Resultat von Schottland, wo er Zweiter war.

Wahrscheinlich wird Heiko Lewanzik den Kurzdistanzen noch länger verbunden bleiben. Ausflüge auf die Mitteldistanz hat er als NRW-Vizemeister ja schon erfolgreich unternommen. Am Sonntag schaute der 24-Jährige auf dem Rückweg vom Schliersee noch in Klagenfurt beim Ironman Austria vorbei. „Das Leiden dort zu sehen, war ganz schön abschreckend“, erinnert er sich nur ungern an die vielen Athleten, die zum Laufen wechselten, als der Sieger schon lange im Ziel war.