Dirk Albanus „gravelt“ 405 Kilometer unter 22 Stunden

Der 38-Jährige Mediziner absolvierte zuletzt zwei Ultra-Rennen auf dem Rennrad und dem Gravel-Bike

Kreis Gütersloh (rob). Ultra-Radrennen sind die Leidenschaft von Dirk Albanus. Der 38-jährige von Trispeed Marienfeld hat zuletzt innerhalb von zwei Wochen zwei große Touren mit dem Rennrad und dem Gravel-Bike bestritten und hat dabei vordere Platzierungen eingefahren.

Ende August absolvierte er die „Highlands & Steel“ durch das Ruhrgebiet. 575 Kilometer und 5.700 Höhenmeter umfasste die Runde mit Start und Ziel in Hörde. Die Fahrt absolvierte er ohne besondere Erholungspausen in einer Nettofahrzeit von 26:28 Stunden (24,9 km/h). Drei ungeplante Pausen musste Albanus gleichwohl einlegen. „Eineinhalb Stunden kommen deshalb noch oben drauf“, kommentiert er sein Ergebnis. Besonders der dritte platte Reifen bereitete ihm Schwierigkeiten, denn Albanus hatte nur zwei Ersatzschläuche im Gepäck. So war der 38-Jährige auf die Hilfe eines Mitstreiters angewiesen. Nach dem Start am Freitagabend war Albanus immerhin am späten Samstagabend im Ziel und konnte den Sonntag mit der Familie verbringen. „Die letzten Teilnehmer sind erst am Montagmorgen ins Ziel gefahren“, berichtete der Triathlet, als er am Montag selbst schon wieder die nächste Trainingsrunde drehte.

Schon da freute sich der junge Familienvater auf die nächste Wettkampf-Tour. Am vergangenen Wochenende lief es da noch einmal besser. Beim „Bootshaus Gravel Ultra“ mit Start und Ziel in Bonn radelte Dirk Albanus mit dem Gravelbike auf breiten Reifen durch die Eifel. Nach 405 Kilometern und 6.700 Höhenmetern erreichte er das Ziel nach 21:46 Stunden. „Es lief gut. Ich bin hinter der Ultra-Legende Sofiane Sehili als Dritter im Ziel gewesen“, freute er sich. Letztlich war es an der Spitze ein knappes Rennen: Die zweitplatzierte Ultra-Legende war nur 18 Minuten schneller gewesen. Allein der Sieger Felix Engels (19:49 Stunden) war deutlich schneller. Die Strecke mit vielen Abschnitten abseits von Straßen ging von Bonn aus zunächst ganz grob Richtung Aachen. Auf der Hälfte etwa wurde Simmerath umfahren. Vor der Grenze zu Belgien ging es zurück vorbei an Schleiden, Nettersheim, Wershofen und Kreuzberg wieder nach Bonn. Albanus radelte ohne Pause durch. „Für mich gab es nur drei kurze Stopps zum Auffüllen“, sagte er nachher.

Die Ultra-Rennen als neue Herausforderung hatte der Triathet, der für Trispeed im letzten Jahr in der Regionalliga gestartet ist und dabei mitunter die schnellste Radzeit vorlegte, vor eineinhalb Jahren. Im Februar 2025 bestritt er als Einstieg das „Atlas Mountain Race“ durch Marokko. „Das war definitiv das Härteste, was ich auf zwei Rädern gemacht habe“, lautete sein Fazit. Von 269 gestarteten Fahrern erreichten nur 147 das Ziel. Albanus ließ auf Rang 81 der Männerwertung sogar drei Frauen den Vortritt. Er legte die1.306 km lange Strecke mit 23.285 Höhenmetern mit dem Gravelbike in sechs Tagen zurück. 166 Stunden und 50:21 Minuten betrug die reine Fahrzeit. 13,0 km/h lautete der „Schnitt“ bei diesem schweren Geländeritt. Natürlich wurde wie bei den anderen Ultra-Rennen auch nachts durchgefahren. Albanus‘ Ehefrau Celina, ebenfalls Triathletin, begleitete ihren Mann bei der Marokko-Tour.

Einen Teil seines Trainings absolviert Dirk Albanus übrigens auf den Arbeitswegen. Von Hollen aus düst der Arzt nahezu täglich in die Praxis des Gesundheitszentrums Ravensberg, wo er seit zwei Jahren als Allgemeinmediziner arbeitet.